Maboneng - Ort des Lichtes

Die Innenstadt von Johannesburg wird gefürchtet und von den meisten Touristen gemieden. Verständlich, denn die Kriminalitätsrate in Downtown stieg in den 90er Jahren rasant in die Höhe. Die unschöne Konsequenz: Die ansässigen Firmen zogen in die sicheren Vororte, die Geschäftshaus-geprägte Innenstadt verwaiste und die leerstehenden Gebäude wurden besetzt. Seit einigen Jahren erlebt die Stadt des Goldes jedoch einen kleinen Aufschwung.

Seit einen Jahren jedoch entwickelt sich in der direkten Innenstadt (City and Suburban) ein neues Viertel, das von den Künstlern, Kreativen und der hippen Generation bevölkert wird. Hier soll das neue Johannesburg entstehen – und wie die Kreativen Macher sagen: „Irgendwo muss ja ein Anfang gemacht werden.“ Seit Ende der 90er Jahre die Innenstadt von Johannesburg immer mehr verwaiste, zog mit ihr auch die bittere Armut ein. Die ansässigen Unternehmen waren in die Vorstadt gezogen und hinterließen leerstehende Gebäude, die über die Jahre besetzt wurden. Wohnraum ist teuer und für viele nicht leistbar. Über die Jahre wurde der alte Stadtkern zur No-Go-Area. Hohe Kriminalität. Bttere Armut. Doch es gibt auch Licht… und Hoffnung.

Die jungen Kreativen suchen und finden ihren Platz in MABONENG.
Ausdruck einer nach Frieden, Gerechtigkeit und Gleichheit durch die Augen der Straßenkünstler. rund 50 Murals zieren die Wände in MABONENG - unzählinge Wandmalerein kommen dazu. Eine geführte Tour durch MABONENG lohnt sich!

2008 dann allerdings der junge Unternehmer Jonathan Liebmann sich um genau diese leerstehenden Gebäude zu kümmern. Er kaufte die ersten Bürohäuser oder Fabrikgebäude und schuf (s)ein eigenes Viertel – Maboneng, was „Ort des Lichts“ bedeutet. Und es wurde wahrlich zum strahlenden Vorzeigeviertel. Hier finden sich das Kreativzentrum Arts on Main, zahlreiche kleine Galerien, Cafè, Schwulenkneipen und die begehrten Roof-Top-Bars. Irgendwie könnten die wenigen Straßen auch in Berlin oder New York sein. Zwischen Sivewright Ave und John Page Street, der berüchtigten Commisioner Street und der Marshall Street finden sich Lifestyle-Center, lokale Modesesigner, Grundschulen, aber auch traditionelles Streetsfood.

Das Publikum in den Straßen ist jung. Hipp – und fast vergißt man die Angst, die „man“ vor Downtown JoBurg hatte.

Einfach mal mutig sein und die Cafès und Bistros in den Hintrehöfen im Bezirk Maboneng besuchen. Die Perlen liegen oftmans versteckt. Nur wenige Quadratmeter groß ist dieses Cafè - doch hier habe ich die beste Diskussion über den Wandel und das notwendige Umdenken in Südafrika geführt! DANKE an David! Fotos ©carmen behrens

Jeden Sonntag gibt es einen Food-Market und „garantiert“ ein cooles Wochenend-Event. Kunst in all ihren Formen findet ihren Ausdruck in den Straßen, den Galerien, den Cafe oder an den Wänden der Gebäude des Vorzeige-Viertels. Internationale Künstler und natürlich auch nationale und lokale Künstler haben rund 50 Murals, Grafittis oder andere Verzierungen auf Mauern oder gar Hochhäusern hinterlassen und erzählen mit ihren Werken eine neue Geschichte Südafrikas.

Leider lässt sich aber nicht verheimlichen, dass nur wenige Straßen fernab des hippen Geschehens die bittere Armut ihren Platz fordert. Hier ist nur wenig Licht zu finden. Zerschlagene Fensterscheiben und Müllberge prägen hier das Bild. Die flotten Hipster meiden jene Straßen und während Maboneng „glänzt“ läßt es sich nicht verleugnen, das Downtown Johannesburg immer noch berüchtigt und auch gefährlich ist. Bei Dunkelheit alleine durch Downtown zu streifen – davon würde ich abraten und selbst bei Tage sollte man gut abpassen. Die Armut fordert auch weiterhin ihren Tribut, auch wenn der „Ort des Lichts“ ein Hoffnungsschimmer in der Millionen-Metropole ist.